Cäsars und anderer Leute Geheimsprachen

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Mit Beginn des laufenden Schuljahres haben wir an der Katholischen Schule St. Antonius für unsere vierte Jahrgangsstufe ein sogenanntes Mathematik-Förderband eingerichtet. Eine der Lerngruppen innerhalb dieses Förderbandes arbeitet in weiten Teilen unabhängig vom jeweils aktuellen Unterrichtstoff einmal wöchentlich an einem komplexeren mathematischen Oberthema, anhand dessen die beiteiligten Kinder die Mathematik noch einmal auf eine ganz neue Weise sehen, erfahren und als Herausforderung erleben können. Im laufenden Jahr geht es um Themenstellungen aus dem Bereich der Kryptologie, also aus der Lehre von den Geheimsprachen und den (mathematischen) Ver- und Entschlüsselungsverfahren zur Übermittlung geheimer Botschaften.

„Cäsar“ (nicht nur berühmter Feldherr und Imperator, sondern auch Erfinder einer einfachen Geheimsprache!), „polyalphabetische Verschlüsselung“, „Häufigkeitsanalyse“: Dies sind drei der Fachbegriffe, mit denen sich die Kinder dieser Mathe-Förderbandgruppe derzeit mit Begeisterung beschäftigen.

Angefangen haben die Kinder mit dem Basteln einer „Skytala“ – einer alten Verschlüsselungsmaschine aus den Zeiten der Spartaner um 500 v. Chr. – mit deren Hilfe sie ihre ersten Geheimtexte verfasst und entschlüsselt haben. Dann haben sie sich mit unterschiedlichen zahlenbasierten Verschlüsselungsverfahren beschäftigt – und solche zum Teil auch selbst entwickelt – bis sie über weitere Schritte und Hilfsverfahren schließlich zur sogenannten „polyalphabetischen Verschlüsselung“ – also der Verschlüsselung eines Klartextes mit Hilfe unterschiedlicher Alphabete – gekommen sind. Dabei mussten sie dann auch schon einmal mit einem „größten gemeinsamen Teiler“ zur Bestimmung der möglichen Länge von Schlüsselwörtern hantieren sowie die Auftretenshäufigkeiten von Buchstaben in Teilen von Geheimtexten bestimmen und analysieren, was wiederum die einzelnen Buchstaben des „Schlüsselwortes“ lieferte, mit dessen Hilfe sich schließlich ein Text oder Teiltext endgültig „knacken“ ließ.

Ziel der Arbeit dieser Gruppe ist es, einen Projekttag zum Thema „Erste Schritte in die Kryptologie“ für eine fünfte Klasse eines unserer Gymnasien zu entwickeln, an dem die Kinder den Fünftklässlern die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen und sie im Rahmen kleiner Projektgruppenarbeiten auch praktisch in die erlernten Verfahren einführen werden. Die Vorbereitungen zu diesem Tag stehen nun ins Haus, und mit Begeisterung haben unsere Viertklässler damit begonnen, sich den Themenkomplex untereinander so aufzuteilen, dass jeder seiner besonderen Vorliebe gemäß sein Wissen weitergeben kann.

Klassenreisen nach Wohldorf

Artikel aus dem alten Archiv der Schuljahre 2012/13 und 2013/14:

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Am Montagmorgen kamen die Kinder voller Vorfreude mit großem Gepäck, Keschern, Ferngläsern und Becherlupen ausgestattet in die Schule. Nach einer kurzen Einstimmung ging es mit der U-Bahn vom Lattenkamp aus nach Ohlstedt. Kaum saßen die Kinder, wurden auch schon begeistert die sonst nicht erlaubten Süßigkeiten ausgepackt, zusammen mit Flechtbändern und Quartettspielen. An der Endhaltestelle angekommen, ging es auf einem kurzen Wanderweg durch den Wald zur Freiluftschule, auf dem es Vögel, schillernde Käfer, Tipis aus Ästen und einmal sogar eine kleine Schlange zu bestaunen gab.

Auch das Gelände der Freiluftschule bot alles, was die Kinder zum Glücklichsein brauchten: Einen Fußballplatz, einen kleinen Teich, in dem gekeschert werden durfte, eine große Schaukel, die „Villa Grilla“ und sehr gelobtes Essen in einem für jede Klasse allein zur Verfügung gestellten Tagesraum.

Während der fünf Tage konnten die Kinder das Gelände erkunden, die Tipis im Wald weiterbauen und gemeinsam spielen. Besonders viel Freude hatten alle an den Kaulquappen und Fröschen, die in großer Zahl das Gelände bevölkerten.

An einigen Tagen gab es Führungen durch den Wald, begleitet von einer Umweltpädagogin. Mit ihrer Hilfe lernten die Kinder, Tierspuren zu erkennen, sie mit Gips auszugießen, Fraßlöcher in Nüssen zu enträtseln oder mit verbundenen Augen Bäume zu ertasten und hinterher ihren Standort zu erraten.

Im Museumsdorf Volksdorf gab es viel darüber zu erfahren, wie die Menschen früher gelebt haben. Neben dem Mahlen von Getreide, dem Schlagen von Sahne zu Butter und dem Essen von Pfannkuchen am offenen Feuer haben den Kindern vor allem die Tiere gefallen.

Täglich um 17.00 Uhr kamen alle mit vielen Erlebnissen, neu geschlossenen Freundschaften und nicht wiederzuerkennender Kleidung glücklich nach Hause.

Am letzten Tag fragte eines der Kinder: „Warum können wir nicht jeden Tag Klassenfahrt haben?“

Fuß weg vom Gas!

Artikel aus dem alten Archiv der Schuljahre 2012/13 und 2013/14:

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In der letzten Woche hat die Klasse 4a der St. Antonius-Schule eine Geschwindigkeitsmessung am Lattenkamp durchgeführt. Diese besondere Aktion war dank unserer engagierten Verkehrslehrerin Silvia Goeritz und ihrer Kollegen vom Polizeikommissariat 33 möglich. Die Kinder wollten darauf aufmerksam machen, dass Autofahrer besonders im Bereich von Schulen Rücksicht nehmen müssen.

Zusammen mit ihrer Lehrerin Mechthild Köller haben sie gelernt, wie man einen Bremsweg berechnet und Fragen erarbeitet, die sie den Schnellfahrern stellen wollten. Gespannt warteten die Kinder zusammen mit den Polizisten an dem versteckt aufgebauten Lasermessgerät. Würden sie tatsächlich „Temposünder“ ertappen können?

Sie brauchten nicht lange zu warten, denn innerhalb einer guten Stunde wurden 11 Kraftfahrzeugführer/innen von den Polizisten gestoppt, die die vorgeschriebenen 30 km/h nicht beachtet hatten! Vier von ihnen wurden nur verwarnt, aber 7 Autofahrer und Autofahrerinnen, unter ihnen zwei Motorradfahrer, mussten aussteigen und im Polizeibus ihre Personalien angeben. Am schnellsten war ein Motorradfahrer mit 57 km/h! Aber auch ein Autofahrer mit Frau, Kind und Hund im Auto brachte es auf stolze 53 km/h! Da sich keiner von den Kindern befragen und etwas erklären lassen wollte, müssen nun alle ein Bußgeld in Höhe von 20 bis 70 € zahlen.

Auch wenn die Kinder etwas enttäuscht waren, dass sie mit keinem der Schnellfahrer sprechen konnten – sie gaben alle an, es sehr eilig zu haben – hoffen sie doch, dass die Erwachsenen durch diese Aktion eingesehen haben, dass zu schnelles Fahren Menschenleben gefährdet.

Und sie haben auch etwas für‘s Leben gelernt, jedenfalls können sie alle einen Bremsweg berechnen – können Sie das auch?